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In diesem Bereich finden sich aktuelle Meldungen, die wichtige Informationen zum Thema "Christenverfolgung
in EU-Europa" oder über eine diesbezügliche Lageveränderung enthalten.
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Christen in der westlichen Welt geraten unter Druck
Bekenntniskongreß: Bibeltreue werden Opfer einer unterdrückenden Intoleranz
Christen in der westlichen Welt geraten zunehmend unter Druck. Das hat der zweite Ökumenische
Bekenntniskongreß beklagt. Unter dem Deckmantel der Toleranz würden insbesondere bibeltreue
Kirchenmitglieder zu "Opfern einer unterdrückenden Intoleranz", heißt es im
"Bad Blankenburger Aufruf", den rund 130 evangelische, katholische und orthodoxe Teilnehmer
am 18. Oktober 2006 in der thüringischen Kurstadt verabschiedet haben. Gefahr drohe beispielsweise
von einem christenfeindlichen Einfluß auf Gesetzgebung, Wissenschaft und Schulerziehung. So
würden Naturwissenschaftler, die an einen Schöpfergott glauben, öffentlich diffamiert.
Viele Christen, die ihren Glauben kompromißlos verträten, müßten mit
Beförderungsstop, Verspottung, Unduldsamkeit und Ausgrenzung rechnen, so der Aufruf im Blick auf
baptistische Schulverweigerer. Nach Angaben der Initiative "Schulunterricht zu Hause" haben
die deutschen Behörden Geldbußen und Gefängnisstrafen gegen etwa 150 Familien verhängt,
die ihre Kinder vom "gottlosen Unterricht mit teilweise okkulten Praktiken" an staatlichen
Schulen fernhalten.
Aus verdeckter Bedrängnis könnte offene Verfolgung werden
Dem Aufruf zufolge könnte der gegenwärtige Zustand einer verdeckten Bedrängnis
demnächst von offener Verfolgung abgelöst werden. Die Bedrohung ergebe sich aus der Globalisierung,
die die Entstehung totalitärer Staaten begünstige, aus einer wachsenden Religionsvermischung und
durch den Islam, der auch in Europa eine Zwangsislamisierung sowie die Einführung des islamischen
Rechts, der Scharia, anstrebe. "Angesichts eines rapide fortschreitenden Aussterbeprozesses bei der
einheimischen Bevölkerung, speziell in Deutschland, liegen solche Gefahren in voraussehbarer Zeit im
Bereich des Möglichen", heißt es. Zugleich wird ein großes Desinteresse in Kirche
und Gesellschaft an den weltanschaulichen und politischen Tendenzen beklagt. Die westliche Welt habe sich
an eine tolerante Wohlstands- und Spaßgesellschaft gewöhnt, die ihren "naiven Traum von
einem globalen multikulturellen Frieden" nicht stören lassen wolle.
Jährlich sterben rund 170.000 Christen als Märtyrer
Der Aufruf geht ferner auf den biblischen Zusammenhang von Glauben und Leiden ein. Danach gehört es
zum Wesen des christlichen Glaubens, um Jesu Christi willen Nachteile und Verfolgung in Kauf zu nehmen.
Das 20. Jahrhundert sei für die Christen das blutigste in der 2000jährigen Kirchengeschichte
gewesen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, daß gegenwärtig etwa 200 Millionen Christen
um ihres Glaubens willen leiden, vor allem in kommunistischen und islamischen Ländern. Jährlich
stürben rund 170.000 Christen als Märtyrer. In der Erklärung wird zur Solidarität
durch Fürbitte und politisches Engagement aufgerufen.
Syrisch-orthodoxe Christen von Abschiebung bedroht
In einem ökumenischen Bekenntnisgottesdienst, an dem sich Vertreter aller drei großen
Konfessionen beteiligten, wies die syrisch-orthodoxe Theologin Hatune Dogan (Warburg) auf die Lage ihrer
in Deutschland asylsuchenden Landsleute hin. Die Flüchtlinge aus dem Gebiet Tur Abdin ("Berg der
Gottesknechte") in der südöstlichen Türkei hätten zunächst ein Bleiberecht
erhalten. Nachdem die Türkei erklärte, sie werde künftig die Christen in ihrer Heimat vor
kurdischen Überfällen schützen, hätten die deutschen Behörden Abschiebeverfahren
eingeleitet. Die ersten Familien seien zwangsweise zurückgeführt worden, obwohl sie in den
zerstörten Dörfern keine Lebensgrundlage hätten. Kurden drohten weiter mit der Ermordung von
Christen, ohne daß türkische Sicherheitskräfte etwas unternähmen. Frau Dogan bat die
Versammlung, sich durch Schreiben an die Innenminister für die Sicherheit der gefährdeten Christen
einzusetzen.
Bischof Leich: In Bedrängnis müssen Christen zusammenhalten
Die syrisch-orthodoxe Kirche ist eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. In den seit
1984 andauernden Kämpfen zwischen Türken und Kurden wurde sie fast vollständig aufgerieben.
Viele Mitglieder flohen nach Europa, Syrien oder Irak, so daß ihre Zahl im Tur Abdin von etwa 70.000
in den 70er Jahren auf heute rund 3.000 sank. Nach Deutschland kamen etwa 80.000 Syrisch-Orthodoxe, von
denen rund 10.000 noch nicht als Flüchtlinge anerkannt und somit von Abschiebung bedroht sind.
Thüringens Altlandesbischof Werner Leich (Eisenach) forderte die Angehörigen der verschiedenen
Kirchen auf, angesichts zunehmender Bedrängnis stärker zusammenzuhalten. Die Erfahrungen aus der
DDR zeigten, daß konfessionelle Unterschiede in Zeiten der Bedrängnis zweitrangig seien.
Veranstalter des viertägigen Kongresses war die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften
unter Vorsitz des Missionswissenschaftlers Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen).
Quelle: Evangelische Allianz Deutschland / idea Evangelische Nachrichtenagentur, 18.10.2006
Berichterstattung über Kreationismus: Rufmordkampagne gegen Christen
Zahlreiche Politiker und Journalisten führen derzeit (September/Oktober 2006) eine in dieser
massiven Form selten dagewesene
Rufmordkampagne gegen engagierte Christen. Diese Ansicht vertritt der Geschäftsführer des
Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake (Wetzlar). Die Kritik des Theologen und Journalisten
richtet sich gegen die Berichterstattung über Kreationismus und Schöpfungslehre an zwei
Gießener Schulen, die seit einer Reportage des Senders ARTE am 19. September "immer einseitigere
Formen" annehme, so Baake.
"Allianzen aus Politikern und Journalisten diskreditieren auf Veranstaltungen und in Berichten
Lehrer und einen Vertreter des Schulamtes Gießen, die sich als Christen bezeichnen. Mit subtilen
Unterstellungen wird versucht, diese Personen aus ihren Positionen zu verdrängen", kritisierte
Wolfgang Baake die Äußerungen von Medienvertretern und Politikern. Diese hätten in diesen
Tagen einen neuen Höhepunkt der Verleumdung erreicht.
"Befangen", weil Mitarbeiter des Schulamtes Christ ist?
So werde einem Mitarbeiter des Gießener Schulamtes vorgeworfen, er sei aufgrund seines
christlichen Glaubens "befangen" und könne die ihm übertragene Untersuchung an
den Schulen daher nicht weiter fortführen. Die Frankfurter Rundschau hatte den Leitenden
Schulamtsdirektor mit den Worten zitiert, er sei "Mitglied einer freievangelikalen Gemeinde".
Dazu Baake: "Der betreffende Mitarbeiter ist Mitglied einer Freien Evangelischen Gemeinde (FeG), die
als Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) vom Staat anerkannt ist. Wenn Menschen
die Mitgliedschaft in einer Freien Gemeinde oder ihr christlicher Glaube als Befangenheit ausgelegt wird,
ist das meiner Ansicht nach ein Verstoß gegen das Grundgesetz: Denn niemand darf aufgrund seines
Glaubens benachteiligt werden, heißt es in Artikel 3, Absatz 3. Das sollten gerade Politiker
wissen".
Böswillige Unterstellungen gegen Lehrer
Auch die immer wieder öffentlich erhobenen Vorwürfe gegen einen Biologielehrer des
Liebig-Gymnasiums in Gießen, Wolfgang Meyer, seien an Böswilligkeit kaum noch zu überbieten.
So schreibe etwa die Tageszeitung DIE WELT (Berlin) in einem Bericht am 2. Oktober, daß
der Lehrer "im Unterricht in drängendem Ton auf der biblischen Schöpfungslehre als einziger
Wahrheit" beharrt habe. Diesen Unterstellungen stünden Aussagen von Schülern des Lehrers
gegenüber, die sich eindeutig gegen diese Behauptungen wehrten: "Herr Meyer gestaltete einen
lehrplankonformen Unterricht, der durch kontroverse Diskussionen stark an Qualität gewann und fernab
von jeglicher Indoktrination war. Es war gerade die Kontroversität der Debatten, die zur Festigung
des erarbeiteten Wissens führten", schrieben Schüler seines Biologie-Leistungskurses in
einem Brief, der in der "Gießener Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wurde.
"Jeder Berichterstatter ist verpflichtet, nicht bewußte Lügen über Personen in die
Welt zu setzen oder nur die halbe Wahrheit zu veröffentlichen. Der Autor der Tageszeitung DIE WELT,
Roland Mischke, hat jedoch genau das getan, indem er den Lehrer als eine latente Gefahr für die
Schüler darstellte", kritisiert Baake. Unter anderem heißt es in dessen Bericht:
"Der Kulturkampf, der nun auch in Deutschland auf Schulen übergreift, wird von seiten der
Kreationisten nicht offen geführt. Sie unterminieren und setzten dabei ihre einschüchternde
Autorität ein. Sie sind Pädagogen, betreiben aber Missionsarbeit". Ähnliche
einseitige Unterstellungen habe auch der Autor des ARTE-Beitrages über Kreationismus, der
Filmemacher Frank Papenbroock, verbreitet.
SPD-Politiker nutzen Debatte zur Profilierung
"Der Kampagne schließen sich insbesondere Politiker der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag
an, die Vorgaben des Lehrplanes für den Biologieunterricht an Gymnasien des Hessischen
Kultusministeriums schlicht ignorieren", so Baake. Der Lehrplan beinhalte die Vorgabe, daß
in der Unterrichtseinheit Evolution "Auseinandersetzungen mit philosophischen und religiösen
Aussagen die naturwissenschaftliche Diskussion ergänzen und erweitern" müßten.
"Genau daran hat sich Wolfgang Meyer gehalten und sich daher nichts zu Schulden kommen lassen.
SPD-Abgeordnete des Hessischen Landtages ignorieren diese Fakten und halten an ihrer Rufmordkampagne
fest", sagte Wolfgang Baake. Mit plakativen Forderungen wie "Kreationismus darf keinen Platz
an deutschen Schulen haben" oder "Wir wollen Kreationisten keine Plattform bieten"
schürten die SPD-Abgeordneten Ängste und Vorurteile, statt diesen auf sachlicher Ebene zu
begegnen.
Baake: "Kaum zu überbietende Anbiederung eines Pfarrers"
Besonders enttäuschend sei es in diesem Zusammenhang, daß sich ein Pfarrer der Evangelischen
Landeskirche Hessen-Nassau (EKHN) in "kaum zu überbietender Anbiederung" auf
öffentlichen Veranstaltungen gegen die Schöpfungslehre und die kirchliche Lehre ausspreche.
Der Gießener Pfarrer und Religionslehrer an der Liebig-Schule, Christian Heimbach, wird in einem
Bericht der "Gießener Allgemeinen" mit den Worten zitiert, Calvin und Luther hätten
etwa die Aussage "Die Bibel ist wahr" abgelehnt. Dies sei "theologischer Unsinn",
so Baake. Zuvor hatte der Pfarrer Christen, die die Evolutionstheorie kritisch hinterfragen,
"fundamentalistische Tendenzen" vorgeworfen.
"Daß sich ein landeskirchlicher Pfarrer nicht auf die Seite von Christen stellt, sondern auf
einer Ebene mit unsachlich argumentierenden Kritikern agiert, ist an Peinlichkeit kaum zu
überbieten", sagte Wolfgang Baake. Offenbar kenne der Pfarrer das Glaubensbekenntnis seiner
Kirche nicht, das Sonntag für Sonntag von Millionen Christen gesprochen werde. Dieses beginnt mit
den Worten: "Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels
und der Erde". "Pfarrer Heimbach sollte nicht nur auf das Sprechen des Glaubensbekenntnisses
verzichten, sondern auch auf seine Äußerungen in der Öffentlichkeit", forderte
Baake.
Quelle: Christliches Medienmagazin pro, 02.10.2006
Zum selben Thema:
Schöpfungslehre sorgt für heftigen Schulstreit
Die Kontroverse um den Schöpfungslehre-Unterricht an zwei Gießener Schulen wird schärfer.
Auslöser war eine Reportage im deutsch-französischen Kulturkanal ARTE am 19. September zum Thema
"Christlicher Fundamentalismus". Der Sender berichtete, daß an den zwei Schulen neben der
Evolutionstheorie die Schöpfungslehre als Alternativmodell unterrichtet werde. Das löste eine Flut
von Protesten sowie Anfragen im hessischen Kultusministerium aus.
Die Tageszeitung Frankfurter Rundschau kritisierte jetzt das Staatliche Schulamt Gießen, das die
Vorgänge um die private August-Hermann-Francke-Schule (AHFS) und die staatliche Liebig-Schule
untersuchen soll. Der Leitende Schulamtsdirektor Arno Bernhardt stamme aus dem Umfeld der Bekenntnisschule.
Gegenüber der Zeitung bestätigte Bernhardt, Mitglied der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) in
Gießen zu sein. Befürchtungen, seine Kirchenmitgliedschaft wirke sich auf die Untersuchung aus,
wies er zurück: "Ich wahre professionelle Distanz".
Den Angaben zufolge hat das Schulamt mit dem betroffenen Biologielehrer an der Liebig-Schule, Wolfram
Meyer, inzwischen Gespräche geführt. Meyer hatte gegenüber ARTE bekannt, "Anhänger
eines Schöpfungsmodells", des sogenannten "Intelligent Design", zu sein. Die Ergebnisse
dieses Gesprächs sollen nun vom Schulamt nach Bernhardts Angaben juristisch bewertet und an das
Kultusministerium geschickt werden. Inzwischen wurde bekannt, daß Meyer an einem für den
Unterricht nicht zugelassenen Lehrbuch mitgewirkt hat, das er auch in der Schule eingesetzt hat:
"Evolution - ein kritisches Lehrbuch". Der Verleger dieses Buches und Mitbegründer der
AHFS, Ulrich Weyel (Gießen), wies darauf hin, daß "eine zunehmende Anzahl Wissenschaftler,
die sich nicht auf ein christliches Fundament berufen, die gängige Evolutionstheorie mit
Fragezeichen versehen". In der Erklärung dreht Weyel den Spieß um: Fundamentalisten seien
jene Personen, "die sich bedingungslos auf das Glaubensfundament der Evolutionstheorie eingelassen
haben". Bei einigen erkenne er sogar Anzeichen für Fanatismus: "Auch in der Wahl der Mittel
im Kampf gegen Andersdenkende ist man nicht immer zimperlich". Nach Recherchen der Frankfurter
Rundschau hat es Versuche gegeben, das Buch durch Literaturspenden an Schulbibliotheken unterzubringen.
Der Frankfurter Evolutionsbiologe Michael Gudo vom Senckenberg-Museum hält das Buch für eine
als Schulbuch getarnte "Propagandaschrift". Es sei gefährlich, weil es vom didaktischen
Aufbau "erstklassig" sei.
SPD-Politiker droht christlicher Bekenntnisschule
Eine Podiumsdiskussion der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Schöpfungslehre oder
Evolutionslehre - Meinungsfreiheit oder Wissenschaft im Rückwärtsgang" am 29. September fand
ohne Anhänger der Schöpfungslehre statt. "Wir wollen Kreationisten keine Plattform geben",
begründete der Moderator, der SPD-Landtagsabgeordnete Thorsten Schäfer-Gümbel, die
Entscheidung. Zugleich forderte er die AHFS auf, für Transparenz bei Finanzierung,
Organisationsstrukturen und Lerninhalten zu sorgen. Andernfalls sei die Existenz der Schule gefährdet.
Schulamtsleiter Bernhardt nahm an der Diskussionsrunde nicht teil. Seine Mitwirkung hatte das Ministerium
kurzfristig mit der Begründung abgesagt, es gebe "unsachliche Vorwürfe von dritter
Seite". Der Mitautor des ARTE-Films, Frank Papenbroock, vertrat vor den rund 200 Besuchern der
Veranstaltung die Ansicht, daß es nicht das Anliegen des Filmes gewesen sei, "Christen zu
diffamieren". Er sehe kein Problem darin, Schöpfungslehre in Fächern wie Religion, Ethik
oder Gemeinschaftskunde zu unterrichten. Nur die Naturwissenschaften seien dafür "nicht der
ideale Ort". Der Pfarrer und Religionslehrer an der Liebig-Schule, Christian Heimbach, erklärte:
"An die Glaubwürdigkeit der Bibel zu glauben, ist kein Glaube, sondern Aberglaube".
KEP: Rufmordkampagne gegen Christen
Nach Einschätzung des Christlichen Medienverbunds KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) handelt
es sich bei der Berichterstattung um die Vorgänge an den Gießener Schulen um "eine
Rufmordkampagne gegen Christen". KEP-Geschäftsführer Wolfgang Baake (Wetzlar) stellte sich
hinter Schulamtsdirektor Bernhardt. Dessen Gemeinde sei als Körperschaft des öffentlichen Rechts
(K.d.ö.R.) anerkannt. Dem Christen nun diese Mitgliedschaft vorzuwerfen und Befangenheit zu unterstellen,
sei ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Auch der betroffene Biologielehrer der Liebig-Schule hat sich
nach Baakes Überzeugung nichts zu Schulden kommen lassen. Der Lehrplan für den Biologieunterricht
an Gymnasien sehe in der Unterrichtseinheit Evolution "Auseinandersetzungen mit philosophischen und
religiösen Aussagen" vor, um die naturwissenschaftliche Diskussion zu ergänzen und zu
erweitern. Manche SPD-Politiker ignorierten diese Fakten und hielten an ihrer Rufmordkampagne fest.
Enttäuscht äußert sich Baake auch über Schulpfarrer Heimbach: "Daß sich
ein landeskirchlicher Pfarrer nicht auf die Seite von Christen stellt, sondern auf einer Ebene mit
unsachlich argumentierenden Kritikern agiert, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten".
Quelle: idea Agentur vom 02.10.2006
Anmerkung: Den im ARTE-Beitrag zu Wort gekommenen hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Heike Habermann
und Thorsten Schäfer-Gümbel habe ich mittels Postkarten von "Lebenswertes Land" meinen
Protest übermittelt. Während Frau Habermann umgehend antwortete und plakativ betonte,
"Kreationismus und Intelligent Design [...] haben [...] an deutschen Schulen nichts zu suchen",
aber im Gegensatz dazu beruhe die Evolutionstheorie auf "beweisbaren Fakten",
hat Herr Schäfer-Gümbel bislang gar nicht reagiert.
Anmerkung: Allem Anschein nach scheint die seit etwa 2000 laufende, von bestimmten Medien und Politikern
getragene Kampagne gegen bekennende Christen in Deutschland ein erstes wichtiges Ziel zu erreichen: Erstmals
seit dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur 1945 und des kommunistischen Regimes in Ostdeutschland 1989
sollen bekennende Christen unter Androhung staatlicher Sanktionen dazu gezwungen werden, entweder ihren Beruf
aufzugeben oder dort sich nur noch ihrem Bekenntnis diametral entgegengesetzt zu äußern. Bestimmte
Medien setzen ihre stimmungmachende Berichterstattung fort, indem sie bekennende Christen gar als staats- und
gesellschaftsgefährdende Elemente erscheinen lassen wollen; dabei scheuen sie sich nicht davor, etwas
"nachzuhelfen", um sie in die entsprechenden Schubladen hineinzubekommen - semper aliquid haeret.
Beispielsweise wird der
falsche Eindruck erweckt, daß bekennende Christen die abwertend als "Kulturkampf" bezeichnete
geistlich-geistige Auseinandersetzung um unser Bildungssystem initiiert hätten. Initiator dieser
Auseinandersetzung war aber vielmehr die sogenannte "Frankfurter Schule" um Jürgen Habermas,
deren erklärtes Ziel es war, im Rahmen einer langfristig angelegten Strategie über das Bildungssystem
und den natürlichen Generationswechsel die in unserer Gesellschaft noch übriggebliebenen
christlichen Prägungen und Werte durch eine auf der neomarxistischen "kritischen Theorie"
basierenden Erziehung zurückzudrängen und zum Verschwinden zu bringen. Mit der 68er-Bewegung begann
dann an den Schulen dieser Kulturkampf Wirklichkeit zu werden, und ihr Erfolg in Pädagogenkreisen und
die damit verbundene Aushebelung christlicher Erziehung in entschieden christlichen Elternhäusern
führte zur Gründung der ersten freien christlichen Bekenntnisschulen in Deutschland und zur
Notwendigkeit, die Positionen der bekennenden Christen im Bereich der Pädagogik deutlich zu artikulieren
und in die Schulen hineinzutragen. Schließlich mußte mit dem Aufstieg der 68er-Bewegung in höchste
Staatsämter der in der Öffentlichkeit bislang noch mögliche Wettstreit der Überzeugungen um die
Jahrtausendwende herum der sogenannten "Neuen Toleranz" weichen, d.h. der verbindlichen Festschreibung des
säkularen Humanismus als maßgebliche Weltanschauung im öffentlichen Bereich. Der neuerliche
Höhepunkt der hieraus gespeisten antichristlichen Kampagnen in Deutschland zeigt: Die ruhigen Zeiten
für bekennende Christen in Deutschland sind definitiv vorbei.
Torsten Narjes, Hamburg
Off Topic: Nicht so sehr die Frage nach Jahren oder Jahrmillionen ist es, die derzeit die Gemüter
hochkochen läßt, sondern die bloße Idee, daß überhaupt eine höhere Intelligenz
alles Leben geschaffen haben könnte - das so vehement bekämpfte "Intelligent Design" stellt ja
zunächst gar nicht die Frage nach Zeiträumen! Nun zu meinen, ein Christ könnte ja etwas anderes
"glauben" (Schöpfung) als "wissen" (Evolution), ist völlig unsinnig, da hieraus
zwei diametral entgegengesetzte Anthropologien (Menschenbilder) resultieren, und die Aussicht auf eben diese
Konsequenzen sorgt für die derzeit heftigen Emotionen. Denn entweder trifft "Intelligent Design"
zu, dann zieht dies aber automatisch die Verantwortlichkeit der Schöpfung, insbesondere des Menschen,
gegenüber der erschaffenden Intelligenz nach sich, so daß er nicht einfach machen kann, was er
will - oder "Intelligent Design" trifft nicht zu, dann wäre der Mensch alleine mit seinesgleichen, nur
sich selbst verantwortlich und könnte machen, was er will, dann gäbe es keine Sünde, und dann
bedürfte es auch keines Erlösers, der für die Sünde bezahlt.
Im öffentlichen Diskurs wird nun aber gerade so getan, als könne man von bekennenden Christen fordern,
die Evolutionstheorie als Wahrheit zu vertreten, und in einem stillen Winkel des Herzens könne man ja trotzdem
"glauben", daß Gott einen geschaffen habe, also etwas "glauben", von dem man wüßte,
daß es nicht stimmt. Etwa so, als wenn ein unehelich geborenes Kind "glauben" soll, daß der jetzige
Mann seiner Mutter sein Vater ist, und gleichzeitig weiß, daß er es nicht ist. Von dieser Art ist
der christliche Glaube jedoch nicht - wäre er es, so wäre er nach den Worten von Paulus Lüge und
nicht eine Millisekunde der Beschäftigung wert (1.Korinther 15,13-19). Christlicher Glaube versteht sich vielmehr
als Wahrheit im Sinne historisch nachprüfbarer Realität (1.Korinther 15,5-8.20).
Torsten Narjes, Hamburg
Zum selben Thema:
ARTE-Report hat erste Konsequenzen
Eine heftige Kontroverse hat der Fernsehsender ARTE mit einem Themenabend über christlichen
Fundamentalismus ausgelöst. Evangelische Weltanschauungsexperten und Vertreter der evangelikalen
Bewegung kritisieren insbesondere den Beitrag "Von Göttern und Designern - ein Glaubenskrieg
erreicht Europa". Inzwischen entschuldigte sich einer der Filmemacher, falls "falsche
Assoziationen gemacht worden sein sollten". Trotzdem wird jetzt einem christlichen Lehrer ein
Maulkorb umgebunden.
Nach Darstellung der Filmautoren Peter Moers und Frank Papenbroock gibt es christliche Fundamentalisten
nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Die Verfechter der Schöpfungslehre würden
auch hierzulande immer mehr Einfluß gewinnen.
In ihrem Beitrag "Von Göttern und Designern" beschrieben sie unter anderem das von
Wissenschaftlern des Discovery Institute geförderte Modell des "Intelligent Design" aufgrund
eines internen Strategiepapiers des Instituts als Speerspitze, der in die Wissenschaftswelt hineingetrieben
werde, um die Meinungen zu spalten. Dramatisch dargestellt, als handelte es sich hier um eine
Weltverschwörung, gingen die vernünftigen und hoffnungsvollen Überlegungen, die mit
"Intelligent Design" verbunden sind, in den düsteren Moderationstexten unter. Immerhin
wurden Ausschnitte aus dem inzwischen auch in deutscher Synchronfassung erhältlichen Film "Dem
Geheimnis des Lebens nahe" gezeigt. Dieser Film belegt, daß "Intelligent Design"
wissenschaftlich begründet sein kann und ohne jegliche religiöse Verknüpfung auskommt.
Dieser Umstand wurde im ARTE-Beitrag nicht diskutiert.
Dafür wurde über die Organisation "Answers in Genesis" berichtet, die in Cincinnati
im US-Bundesstaat Ohio für 20 Millionen Euro aus Spenden ein Schöpfungsmuseum errichtet. Die
Ausstellungsobjekte veranschaulichen die Darstellung des biblischen Schöpfungsberichts. So etwa den Umstand,
daß Dinosaurier und Menschen nach der Chronologie der Bibel gemeinsam gelebt haben. Diese radikale
Umsetzung der biblischen Beschreibung löst bei Europäern offenbar Entsetzen aus. Genauso die
Tatsache, daß Schöpfungskongresse in England vor allem unter Jugendlichen großes
Interesse auslösen.
Die Filmemacher berichteten dann auch über die Lage in Deutschland. Als wäre es ein Verbrechen,
stellten sie heraus, daß Lehrer an zwei Gießener Schulen Schöpfungslehre als Alternative
zur Evolution im Fach Biologie unterrichteten: an der staatlichen Liebig-Schule und an der privaten
August-Hermann-Francke-Schule (AHFS). Elternproteste seien bisher erfolglos geblieben.
Der Leiter der kritisierten August-Hermann-Francke-Schule, Lothar Jost, wies die Darstellung im Film als
tendenziös zurück. Eine sachgerechte Auseinandersetzung sei offenbar "nicht gewünscht
und möglich". Sein Ziel sei es nun vor allem, die Schule vor unsachlichen Kampagnen zu
schützen.
Andreas Dippel vom christlichen Medienmagazin "Pro" kommentierte: "Fakt ist: Die christliche
Privatschule, Biologielehrer Meyer und die Studiengemeinschaft 'Wort und Wissen' wurden in der Reportage als
Belege dafür präsentiert, wie weit 'christliche Fundamentalisten' schon bei ihrer 'Unterwanderung
deutscher Schulen' vorangeschritten sind". Christen seien wie selten zuvor in eine Ecke mit
Sektenmitgliedern, Fanatikern, Spinnern gerückt worden, schreibt "Pro". Und: "Daß
Lehrer ihren Schülern beibringen, auch die Evolutionstheorie kritisch zu hinterfragen, gilt den Reportern
schon als Beleg für Fanatismus".
Auf der Website Jesus.de wehrt sich einer der Autoren des Films "Von Göttern und Designern - Ein
Glaubenskrieg erreicht Europa" gegen diese Vorwürfe. Frank Papenbroock hält fest, daß
von der christlichen Privatschule niemand zu Wort gekommen sei, weil sich niemand dazu bereit erklärte:
"Wir haben versucht, mit dem Vorstand, dem Schulleiter und einem Lehrer zu sprechen, doch dies wurde
schulseitig abgelehnt".
Es stimme auch nicht, daß Christen in eine Ecke mit "Sektenmitgliedern, Fanatikern, Spinnern
gerückt" worden seien. Papenbroock: "Wir haben alle Betroffenen zu Wort kommen lassen. Wir
haben zu keinem Zeitpunkt von 'Fanatikern' gesprochen. Es waren die betroffenen Eltern, die von 'Sektierern'
und 'fundamentalistischem Gepräge' sprachen."
Mit dem Wort "Glaubenskrieg" im Titel habe man niemanden verletzen wollen, sondern die Vehemenz
illustriert, mit der diese Debatte geführt werde, schreibt der Filmemacher. Das sei im Film am Beispiel
des Salzburger Symposiums deutlich geworden. "Sollten damit falsche Assoziationen erzeugt worden sein,
so bedauern wir dies sehr und möchten uns dafür aufrichtig entschuldigen", so Frank
Papenbroock.
Der Film sorgte für Reaktionen in der Politik. Zwei hessische SPD-Landtagsabgeordnete, Heike Habermann
(Offenbach) und Thorsten Schäfer-Gümbel (Gießen), forderten Kultusministerin Karin Wolff (CDU) zu
einer Stellungnahme auf. Es wäre ein "unhaltbarer und inakzeptabler Vorgang", wenn die
ARTE-Recherchen zuträfen. Die Ministerin müsse darlegen, "wie diese Vorgänge sofort
abgestellt und welche Konsequenzen für die betroffenen Lehrkräfte gezogen werden". Das
Ministerium kündigte eine dienstrechtliche Überprüfung an. "Wir werden den Fall
dienstrechtlich untersuchen", bestätigte Heinz Kipp vom hessischen Kultusminsterium. Der
Stadtschülerrat fordert sogar die Suspendierung des Biologielehrers, meldet der Gießener
Anzeiger. Christine Kunz (Vorsitzende des Stadtelternbeirats) und Mehmet Tanriverdi (Landeselternbeirat)
zeigen sich als Elternvertreter "überrascht und verärgert". In einer gemeinsamen
Erklärung schreiben sie: "Die strikte Trennung der Religion und der Naturwissenschaften darf
nicht in Frage gestellt werden".
Dr. Heidrun Sarges, Leiterin der Liebigschule, betonte gegenüber dem Anzeiger: "An dieser
Schule werden keine Schüler indoktriniert". Sie würden vielmehr zur Abwägung und
freien Meinungsbildung in jeder Weise aufgefordert. Zugleich verweist sie auf die lange
naturwissenschaftliche Tradition der Schule. "Die Lehrpläne im Fach Biologie werden zweifelsfrei
eingehalten, dies betrifft auch das Thema Evolution im Jahrgang 13". Wolfgang Meyer sei seit 30 Jahren
an der Liebigschule tätig und gehöre der evangelischen Freikirche an. "Dies wirkt sich auch
auf Betrachtungen über die Evolution aus", erläutert die Schulleiterin. Es sei ihm ein
Anliegen, Schüler auch mit anderen Betrachtungsweisen bekannt zu machen und zur Abwägung
aufzufordern. "Der zeitliche Umfang solcher Darstellungen ist eng begrenzt". Den Schülern
werde deutlich erklärt, daß es sich dabei um seine persönliche Stellungnahme handele. Obwohl
diese Verfahrensweise in den letzten Jahren zu keinerlei Beschwerden geführt hatte, wurde Lehrer Meyer
jetzt zurückgebunden. Und das an einer Schule, die gemäß ihrer Leiterin betont, "geistige
Offenheit in kontroversen Diskussionen zuzulassen".
Der Film und die Berichterstattung darüber haben inzwischen dazu geführt, daß an der
staatlichen Liebig-Schule ab sofort die Schöpfungslehre nicht mehr im Fach Biologie unterricht werden
darf. Der 55-jährige Lehrer Wolfgang Meyer sei entsprechend angewiesen worden und habe der neuen Regelung
zugestimmt, sagte Schulleiterin Heidrun Sarges gegenüber idea. Nach ihren Angaben sind alle
Lehrpläne eingehalten worden. In ihnen sei die Behandlung des Themas Evolution vorgeschrieben.
Über die Schöpfungslehre habe Meyer als einziger Lehrer ausschließlich mit Schülern der
13. Klasse im Rahmen einer persönlichen Stellungnahme diskutiert: "Es hat keine schulbezogene
Indoktrination gegeben". Doch auch diese Praxis halte man inzwischen für verfänglich.
"Wir sind sensibler geworden", sagte die Schulleiterin unter Hinweis auf die Terroranschläge
vom 11. September 2001 und der aktuellen Kontroverse um die Islam-Zitate von Papst Benedikt XVI. Zugleich
bedauerte die Schulleiterin, daß Meyer ohne Genehmigung der Schule ARTE ein Interview gegeben habe.
Lehrer Meyer darf jetzt gegenüber Medien keine Stellungnahme zu dem Fall mehr abgeben. Wie die
Schulleiterin laut dem "Gießener Anzeiger" sagte, habe Herr Meyer zudem erklärt,
"sich in Zukunft im Unterricht persönlicher Stellungnahmen dieser Art zu enthalten".
Anfangs dieses Jahres hatte Lehrer Meyer noch an einem Gespräch mit dem Magazin Pro teilgenommen und
darin seine Haltung in bezug auf den Biologieunterricht erklärt. Er wünsche sich, sagte Meyer
damals, "daß Evolution und Schöpfungslehre gleichwertig behandelt werden. Es sollte deutlich
werden, daß beide Theorien auf weltanschaulicher Basis beruhen. Die Schüler sollen erkennen,
welche Kritikpunkte es jeweils gibt und wo Grenzüberschreitungen stattfinden, damit sie sich ein eigenes
Urteil bilden können. Dementsprechend sollten auch die Schulbücher geändert werden". Des
Lehrers Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen. Durch die ARTE-Reportage öffentlich thematisiert,
wurde ihm jetzt ein Maulkorb umgelegt.
Anders der Hamburger Filmemacher Frank Papenbroock. Er wird jetzt zu Fachgesprächen über
Evolution und Schöpfung eingeladen. So demnächst an der Katholischen Akademie Hamburg, wo er am
28. September in der Kirche Trinitatis Ausschnitte aus seinem in ARTE gezeigten Film zeigt. Thema des
Abends ist "Darwins Reise und die gegenwärtige Diskussion um Evolution und Schöpfung".
Der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) kritisiert die Autoren des
ARTE-Films heftig: "Der provokante Titel dieses Beitrags ist bereits eine Beleidigung für
gläubige Christen", erklärte KEP-Geschäftsführer Wolfgang Baake (Wetzlar). Der
Begriff "Glaubenskrieg" im Filmtitel setze stillschweigend Christen mit islamischen
Fundamentalisten gleich und unterstelle Christen, ihre Überzeugungen mit Gewalt durchsetzen zu wollen.
Der Film habe sie außerdem als Menschen ohne Verstand und Gegner der Moderne dargestellt: "Es war
in dem Beitrag die Rede davon, daß Christen das Denken des Mittelalters herbeiführen wollen. Das
ist doch völliger Unsinn." Baake rief dazu auf, bei ARTE zu protestieren: "Es kann doch nicht
sein, daß wir mit unseren Rundfunkgebühren Beleidigungen an Christen mitfinanzieren".
Obwohl der Moderator der Sendung gute Fragen stellte, gab er seinen Studiogast, dem Wiener Physiker und
Philosophen Herbert Pietschmann in allen dessen Äußerungen recht. Auch als Pietschmann
kreationistisches Verständnis als Dummheit abtat und eine Diskussion darüber als unter seiner
Würde erklärte. Gleichzeitig bezeichnete er sich als gläubigen Christen. Auch Kardinal
Christoph Schönborn zeigte Flagge, in dem er kreationistische Schöpfungsinterpretationen als
quasi lächerlich bezeichnete. Wieso wählte Arte Gesprächspartner, die gar nicht bereit waren,
über die Thesen des Kreationismus zu diskutieren und außer Spott und Häme nichts zur
Versachlichung beitrugen?
Der Themenabend bei ARTE bestand aus zwei weiteren Reportagen. Eine über Kirchen im Kongo, die mit
magischen Praktiken Kinder mißbrauchen (Titel: "Hexenkind - Folter im Namen Gottes") und
eine über die Jugend-Bewegung "Jesus Revolution Army".
Bei der Kongo-Reportage fragte man sich mit allem Ernst, was diese haarsträubenden Praktiken mit
biblischem Christentum zu tun haben sollen. Allerdings schürte gerade dieser Report Ängste, die
der uneingeweihte Betrachter beim Mitverfolgen des anschließenden Films über die radikale
"Jesus Army" immer noch im Kopf hatte. Natürlich müssen sich bekennende Christen auch
selbstkritisch mit Exzessen und Extremen auseinandersetzen und womoglich davon distanzieren. Daß
evangelikale Christen bei Kindern den Teufel mit Salben, Fußtritten und Rasierklingenschnitten
"austreiben", gehört massiv verurteilt!
Anders bei der "Jesus Revolution Army". Aus der nötigen Distanz betrachtet und Stil-,
Methoden und Lehrfragen einmal weggelassen: Haben diese jungen Menschen irgendetwas Schlechtes getan,
sind sie für irgendjemanden eine Gefahr - mal abgesehen davon, daß sie mutig und radikal
das Evangelium verkündigen?
Zudem wurde eine Frage während des ganzen Themenabends nie gestellt: Wie wird man eigentlich
Christ und was zeichnet einen Christen aus? Offenbar gehen die ARTE-Mitarbeiter immer noch davon aus,
daß man als Christ geboren wird - es sei denn, man komme in Saudi-Arabien zur Welt.
Quelle: Rolf Höneisen, factum magazin online, 22.09.2006
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Schulamt: ARTE-Bericht hat Lehrer grundlos beschuldigt
Die wochenlange Debatte über Schöpfungslehre im Biologieunterricht in Medien und Politik ist
- zumindest vorläufig - beendet. Wie das Staatliche Schulamt Gießen erklärte, sind die
durch die Berichterstattung des Fernsehsenders ARTE ausgelösten Überprüfungen durch das
Staatliche Schulamt an der August-Hermann-Francke-Schule und der Liebigschule in Gießen
abgeschlossen.
Der Leiter des Staatlichen Schulamtes Gießen, Heinz Kipp, erklärte am Dienstag, daß sich
die August-Hermann-Francke-Schule innerhalb des vorgegebenen rechtlichen Rahmens einer Schule in freier
Trägerschaft bewege und insbesondere die in den Lehrplänen vorgegebenen prüfungsrelevanten
Vorgaben im Fach Biologie erfüllt werden.
"Lehrer hat sich an rechtliche Vorgaben gehalten"
Zur Liebigschule, einer Schule in öffentlicher Trägerschaft, führte Kipp aus, daß
sich der von den ARTE-Reportern beschuldigte Lehrer in seinem Unterricht an die rechtlichen Vorgaben
gehalten habe. "Die Vorwürfe hätten nicht auf den Biologieunterricht oder gar die
Liebigschule insgesamt gezielt, sondern auf das Verhalten eines einzelnen Lehrers. Der betroffene Lehrer
hat erklärt, im Fach Biologie neben der Evolutionslehre, die schwerpunktmäßig aus
wissenschaftlicher Sicht behandelt wurde, auch die Schöpfungslehre einbezogen zu haben. Dies entspricht
den rechtlichen Vorgaben", heißt es in einer Presseerklärung.
Im Lehrplan des Fachs Biologie heiße es zum Bereich Evolution unter Vorbemerkungen:
"Auseinandersetzungen mit philosophischen und religiösen Aussagen müssen die
naturwissenschaftliche Diskussion ergänzen und erweitern". Der betroffene Lehrer wurde dennoch
aufgefordert, im dienstlichen Bereich, hier insbesondere bezogen auf den Biologieunterricht,
Äußerungen zu Glaubensfragen, die mißverständlich von Schülerinnen und
Schülern oder der Öffentlichkeit gedeutet und ausgelegt werden könnten, zu unterlassen.
Dies habe er zugesagt. Wie das Staatliche Schulamt weiter mitteilte, werde im Biologieunterricht der
Liebigschule das Buch "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch" nicht mehr verwendet. Dieses sei in
Hessen nicht zugelassen, heißt es zur Begründung.
Grundlose und pauschale Anschuldigungen gegen Christen
Der europäische Kulturkanal ARTE hatte am 19. September in einem Themenabend über angeblichen
"christlichen Fundamentalismus" berichtet. In einer Reportage ging es um den "Glaubenskrieg"
um die Evolution. Im Biologieunterricht mindestens einer Privatschule und einer öffentlichen Schule
in Deutschland werde die Schöpfungslehre als Alternative zur Evolution unterrichtet, so die Autoren
des Beitrages, die Filmemacher Peter Moers und Frank Papenbroock. Dies stehe jedoch "im absoluten
Widerspruch zu den Lehrplänen". Moderiert wurde der ARTE-Themenabend von
ZDF-"heute"-Moderator Steffen Seibert.
Infolge des Beitrages kam es zudem zu massiven Anschuldigungen von Politikern gegen die betroffenen
Lehrer, Schulen und einen Mitarbeiter des Gießener Schulamtes. Letzterem wurde vorgeworfen, er sei
aufgrund seines christlichen Glaubens "befangen" und könne die ihm übertragene
Untersuchung an den Schulen daher nicht weiter fortführen. Die Frankfurter Rundschau hatte den
Leitenden Schulamtsdirektor mit den Worten zitiert, er sei "Mitglied einer freievangelikalen
Gemeinde". Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake
(Wetzlar), hatte dazu erklärt: "Der betreffende Mitarbeiter ist Mitglied einer Freien
evangelischen Gemeinde (FeG), die als Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) vom
Staat anerkannt ist. Wenn Menschen die Mitgliedschaft in einer freien Gemeinde oder ihr christlicher Glaube
als Befangenheit ausgelegt wird, ist das meiner Ansicht nach ein Verstoß gegen das Grundgesetz:
Denn niemand darf aufgrund seines Glaubens benachteiligt werden, heißt es in Artikel 3, Absatz 3.
Das sollten gerade Politiker wissen".
SPD-Abgeordnete des Hessischen Landtages hatten zudem auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung
in Gießen "mit unsachlichen Forderungen wie 'Kreationismus darf keinen Platz an deutschen Schulen
haben' oder 'Wir wollen Kreationisten keine Plattform bieten' Ängste und Vorurteile geschürt",
so Baake weiter. Er sei dankbar, daß die von vielen Seiten geführte "Rufmordkampagne gegen
Christen nun endlich auf sachlicher Ebene beendet ist".
Quelle: Christliches Medienmagazin pro, 11.10.2006
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Dumpfe Stimmungsmache
Zur Diskussion um Schöpfungslehre und Evolutionstheorie:
Die Beiträge in Presse/Fernsehen und die Diskussion der letzten Tage um den Biologieunterricht in der
August-Hermann-Francke- und Liebig-Schule in Gießen haben mich schockiert. Ich hätte es niemals
für möglich gehalten, daß in unserem freiheitlichen Rechtsstaat die Meinungs- und
Religionsfreiheit einen so labilen Stand haben: überzeugte Christen werden in den Medien, in einer
Podiumsdiskussion, als Gefahr für die Gesellschaft angeprangert und Pädagogen unter Androhung
beruflicher Sanktionen mundtot gemacht. "Glaube contra Wissenschaft" ist das Schlagwort der
Initiatoren und die Begründung für ihre öffentliche Anprangerung der besagten Lehrer und Schulen.
Dabei sind beide Lehren, die Evolutions- und Schöpfungslehre, gleichermaßen unbewiesen. Letztlich
muß es denjenigen überlassen bleiben, die sich möglichst neutral mit beiden Lehren
beschäftigen, welchen der beiden Theorien sie größeren Glauben schenken. Ich persönlich
finde, daß es sehr viel größere Glaubenskraft erfordert, anzunehmen, daß sich Leben und
dessen unermeßliche Vielfalt aus dem Chaos entwickelt hat, als durch einen schöpferischen Akt.
Insofern sind Atheisten und Evolutionisten meines Erachtens die gläubigeren Menschen.
Ob die Landtagsabgeordneten Schäfer-Gümbel und Habermann (vielleicht aus Angst, sich einmal vor Gott
verantworten zu müssen) so verblendet sind, daß sie Parallelen mit den ersten Erscheinungsformen
der Judenverfolgung im Dritten Reich nicht erkennen? Das Feindbild "Judentum" wurde im Dritten Reich
unter anderem mit der "Gefahr einer jüdischen Weltverschwörung" begründet. Die
Judenverfolgung begann mit Anfeindungen und Diskriminierungen. Bezeugen Christen ihren Glauben an einen
persönlichen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, werden sie über den amerikanischen
Präsidenten in Verbindung gebracht mit dem Irakkrieg und mit Sprengstoffgürtel tragenden
Fundamentalisten. Das ist dumpfe Stimmungsmache nach dem Muster der 30er Jahre, aber keine intellektuelle
Auseinandersetzung. Gleichzeitig wird geflissentlich übersehen, daß in unserer Nachbarschaft
Parallelgesellschaften entstehen und in einigen Fällen Frauen ihrer Freiheit beraubt, durch psychische
und physische Gewalt unterdrückt werden bis hin zu "Ehrenmorden". Hier übt man aus Angst
die Toleranz, die man überzeugten Christen verwehrt. Ich erschrecke vor den Entwicklungen in unserer
Gesellschaft, die teils von dem Verlust sämtlicher ethischer und religiöser Werte, teils sogar von
antichristlichen Reflexen und teils von irrationaler Toleranz gegenüber tatsächlichen Bedrohungen
geprägt ist.
Quelle: Gießener Anzeiger, 17.10.2006, Leserbrief eines Lesers aus Dautphetal
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Streit um Schöpfung und Evolution nimmt kein Ende
Weil sie die Schöpfung lehrt: Reporter kritisiert christliche Gemeinde
Der Streit um Schöpfung und Evolution geht weiter. Gegen "Gesinnungsterror" hat sich der
Geschäftsführer der evangelikalen Stiftung Marburger Medien, Jürgen Mette, gewandt. Anlaß
war ein Bericht in der Zeitung "Oberhessische Presse", in dem der zum Chrischona-Gemeinschaftswerk
gehörenden Marburger Stadtmission vorgeworfen wird, im biblischen Unterricht die Schöpfungslehre zu
propagieren.
Der Beitrag beginnt mit der Frage: "Leistet die Marburger Stadtmission Bestrebungen radikaler Evangelikaler
Vorschub, die die wissenschaftliche Evolutionstheorie durch die biblische Schöpfungsgeschichte ersetzen
wollen?" Das Blatt bezieht sich auf einen Artikel im Wochenmagazin ideaSpektrum, der im Schaukasten der
Stadtmission ausgehängt ist. Darin begründet der international renommierte Mikrobiologe Prof. Siegfried
Scherer (München), warum er an die Schöpfung glaubt. Wie die Oberhessische Presse weiter schreibt, habe
der Pastor der Stadtmission, Martin Schumann, eingeräumt, im Konfirmandenunterricht die
Schöpfungsgeschichte zu lehren. "Was denn sonst?", so Jürgen Mette in einem Leserbrief
an die Zeitung. Er wirft ihr zugleich vor, die "Fundamentalismus-Keule" zu schwingen. Mette:
"Zensiert künftig die Oberhessische Presse die Lehrpläne für Kindergottesdienst und
Konfirmandenunterricht?" Wenn die Zeitung einer bewährten evangelischen Gemeinde das Prädikat
"radikal" verpasse, nur weil sie sich auf die Bibel beziehe, müsse die Frage erlaubt sein, ob das
Blatt so auch mit einer islamischen Gemeinde umgehen würde. Mette stimmt dem italienischen Schriftsteller
Umberto Eco zu, der in der "Welt am Sonntag" (29. Oktober) geschrieben hatte: "Eine Mischung aus
Angst und politischer Korrektheit führt zu einer vorauseilenden Selbstzensur in Kunst, Religion und Politik.
Verband Deutscher Biologen: Immer mehr Kreationisten
Unterdessen hat der Verband Deutscher Biologen bedauert, daß die Zahl der Vertreter der Schöpfungslehre,
der so genannten Kreationisten, zunehme. "Wir gehen von 1,3 Millionen Evangelikalen aus, die die Bibel
wörtlich auslegen. Leider werden es mehr", sagte der Vizevorsitzende des Verbands, der Evolutionsbiologe
Prof. Ulrich Kutschera (Kassel), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Worten gibt es Kreationisten
"vor allem in Sekten, fern der Amtskirche, etwa bei den Freikirchen und Zeugen Jehovas". Scharfe Kritik
übte er an der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU), die dafür plädiert, neben der Evolution
auch die Schöpfung im Biologieunterricht anzusprechen: "Die Ministerin benutzt die Sprache der Kreationisten
und fällt auf deren Tricks herein". Kutschera hält es für inakzeptabel, "die Evolution als
Faktum in Frage zu stellen". Auslöser der Debatte war ein Fernseh-Themenabend "Christlicher
Fundamentalismus" des öffentlich-rechtlichen Kulturkanals ARTE im September. Dabei wurden Lehrer an zwei
Gießener Schulen angeprangert, weil sie im Biologieunterricht neben der Evolution auch die Schöpfung
vermittelt hätten.
Quelle: idea Agentur vom 01.11.2006
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